Ausgezeichnete Forschung mit hohem Anwendungsbezug: Dr. Kerstin Risse erhält Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026

Stuttgart-Hohenheim, 11. September 2026
Ausgezeichnet für ihre herausragende Dissertation zum Thema Grenzflächenverhalten von Tensiden und Proteinen: Dr. Kerstin Risse mit der Urkunde, die ihr zuvor der FEI-Vorsitzende Dr. Götz Kröner (rechts) überreicht hat; erster Gratulant ist der Namensgeber des Preises, Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser (links).


Neue Erkenntnisse zum Zusammenspiel von Tensiden und Proteinen eröffnen neue Möglichkeiten, Emulsionen in Lebensmitteln gezielt zu stabilisieren und Herstellungsprozesse effizienter zu gestalten. Mit ihrer Dissertation „Rethinking the interfacial behaviour of surfactants and their interactions with proteins. A structure, temperature and time-dependent approach“ liefert Dr. Kerstin Risse grundlegende Erkenntnisse über die Vorgänge an Öl-Wasser-Grenzflächen. Damit schafft sie eine wissenschaftliche Basis für die Entwicklung stabilerer Lebensmittel und die Optimierung industrieller Herstellungsprozesse.

Emulsionen sind ein zentraler Bestandteil zahlreicher Lebensmittel – von Milchprodukten über Saucen und Feinkostprodukte bis hin zu veganen Alternativen. Ihre Qualität und Stabilität hängen maßgeblich von den Vorgängen an der Grenzfläche zwischen Öl und Wasser ab. Dr. Kerstin Risse untersuchte, wie die molekulare Struktur von Tensiden, die Zusammensetzung der Ölphase sowie Temperatur und Zeit das Zusammenspiel von Tensiden und Proteinen beeinflussen. Dabei konnte sie erstmals systematisch nachweisen, dass beide Emulgatortypen unter bestimmten Bedingungen nicht nur miteinander konkurrieren, sondern sich auch gegenseitig bei der Stabilisierung von Emulsionen unterstützen. Die Erkenntnisse schaffen die wissenschaftliche Grundlage für eine gezieltere Auswahl von Emulgatoren und Prozessbedingungen in der industriellen Lebensmittelherstellung.

Für ihre herausragende Dissertation, die sich durch eine konzeptionell besonders umfassende Ausarbeitung, einen hohen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und zugleich eine hohe industrielle Relevanz auszeichnet, wurde die Lebensmitteltechnologin mit dem Friedrich-Meuser-Forschungspreis 2026 ausgezeichnet. „Damit verbindet die Dissertation in besonderer Weise wissenschaftliche Originalität, grundlegenden Erkenntnisgewinn und hohe industrielle Relevanz“, würdigt der FEI-Vorsitzende Dr. Götz Kröner die Arbeit von Dr. Kerstin Risse. Der Preis wurde ihr im Rahmen der FEI-Jahrestagung am 10. September 2026 in Stuttgart-Hohenheim durch Dr. Kröner überreicht.

Der 2019 gestiftete Friedrich-Meuser-Forschungspreis ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert und nach dem langjährigen Leiter des Wissenschaftlichen Beirats des FEI, Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser, benannt.

Die Dissertation von Dr. Kerstin Risse wurde von Prof. Dr. Stephan Drusch betreut und entstand an der Technischen Universität Berlin (FG Lebensmitteltechnologie und -materialwissenschaften) im Rahmen des durch den FEI geförderten Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) „Einfluss des molekularen Aufbaus von Emulgatoren, Fettkugelgröße und Temperaturführung im Abkühlschritt auf die Fettkristallinität und Texturstabilität von Produkten aus emulgierten Triglyceriden" (21099 N).

Der Friedrich-Meuser-Forschungspreis wird auch 2027 ausgeschrieben. Bewerben können sich Promovierte, deren Dissertation im Rahmen eines abgeschlossenen Promotionsverfahrens entstanden ist und deren Veröffentlichung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Voraussetzung ist, dass die Forschungsarbeiten zu wesentlichen Teilen im Rahmen eines vom FEI geförderten IGF-Projekts entstanden sind. Eine thematische Einschränkung besteht nicht.

Vergrößern BildHerunterladen
Pressebild in hoher Auflösung:
Nutzung ausschließlich unter Angabe des Bildnachweises: © FEI | Foto: Michaela Wohlleber


Pressekontakt:
Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI)
Janina Horn
Tel. +49 228 3079699-3
E-Mail: pr@fei-bonn.de

Forschungskreis der Ernährungsindustrie e. V. (FEI)
Der FEI ist die zentrale Forschungsorganisation der deutschen Lebensmittelwirtschaft und Mitglied der AiF. Ihm gehören durch direkte Mitgliedschaft sowie über 45 Wirtschaftsverbände und Branchenorganisationen rund 6.000 Unternehmen der deutschen Lebensmittelindustrie und über 30.000 Betriebe des Lebensmittelhandwerks an.
Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist die Förderung praxisorientierter Lebensmittelforschung. Der FEI koordiniert jährlich rund 100 Projekte der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und kooperiert mit über 120 Forschungseinrichtungen.