Web-Vortrag "IGF ermöglicht sicherere Speiseöle" von Dr. Ludger Brühl (Max-Rubner-Institut, Detmold)

- Vortrag aus der Web-Vortragsreihe "FEI-Highlights 2021" -

Datum 14.12.2021
Uhrzeit 11:00 Uhr - 12:00 Uhr
Ort Web-Vortrag via ZOOM
Kontakt Daniela Kinkel
Telefon: +49 228 3070699-2
E-Mail: kinkel@fei-bonn.de
Teilnahmegebühr Die Teilnahme ist für Sie gebührenfrei.
Anmeldeschluss 14.12.2021
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Web-Vortrag am 14. Dezember 2021, 11:00 - 12:00 Uhr
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IGF ermöglicht sicherere Speiseöle – Minimierung von Mineralölbestandteilen zum vorbeugenden Verbraucherschutz
(AiF 19662 N
)


Dr. Ludger Brühl
Max-Rubner-Institut (MRI), Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide, Detmold


Zum HintergrundOb als Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Leinöl – oder als Zutat in weiterverarbeiteten Lebensmitteln: Pflanzliche Öle spielen als Lieferanten essentieller Nährstoffe und dank ihrer funktionellen Eigenschaften eine zentrale Rolle in der menschlichen Ernährung und bei der Herstellung von Lebensmitteln.
Doch durch die umfangreiche Nutzung von Erdöl und daraus hergestellten Produkten ergeben sich mehrere Eintragsquellen von gesundheitsschädlichen Mineralölkomponenten (Mineral Oil Hydrocarbons (MOH)) und deren Abbauprodukten in Lebensmittel – und vor allem in Speiseölen. Die MOH-Eintragswege waren bislang größtenteils ungeklärt. Zudem waren die validierten Nachweismethoden unzureichend und es fehlten noch grundlegende Kenntnisse, durch welche technischen Möglichkeiten Rückstände von Mineralölbestandteilen während der Ölgewinnung entfernt werden können.

Die komplexe Herausforderung zur Erforschung der Eintragswege und zur Ableitung von Maßnahmen war für einzelne Unternehmen nicht zu leisten. Das Projekt war daher prädestiniert für die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF): Im Rahmen des Projektes AiF 19662 N erarbeiteten drei Forschungsstellen – das Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide am Max-Rubner-Institut in Detmold, das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück und das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Julius-Kühn-Institut in Braunschweig – gemeinsam eine MOH-Minimierungsstrategie in Speiseölen.

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Ziel war es, die wichtigsten MOH-Eintragsquellen in der Herstellungskette systematisch zu identifizieren, deren Bedeutung zu bewerten und daraus effiziente Möglichkeiten zur Entfernung bzw. zur Minimierung von MOH-Rückständen abzuleiten. Neben den Untersuchungen bezüglich der gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons (MOSH)) lag ein Schwerpunkt der Minimierungsstrategie insbesondere auf ungesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons (MOAH)), da einige Substanzen aus dieser Gruppe aufgrund ihrer chemischen Struktur unter Verdacht stehen, krebserregend zu sein.
Ein weiterer Fokus lag zudem auf der Verbesserung der Analytik, da die Gehalte an Mineralölbestandteilen mit höherer Präzision, Wiederholbarkeit und Selektivität bestimmt werden müssen, um die Verlässlichkeit bei Stufenkontrollen entlang der Herstellungskette zu verbessern und damit Entscheidungen bei der Entwicklung von Minimierungsansätzen zu ermöglichen.

Das FEI-Projekt konnte 2020 sehr erfolgreich abgeschlossen werden – so konnte u.a. eine neue Analysemethode mit zehnfach genaueren Ergebnissen entwickelt werden (siehe Pressemitteilung vom 8. Dezember 2020). Dazu erklärte Dr. Gerhard Brankatschk, OVID-Geschäftsführer und Koordinator des Projektes: „Mit der neuen verfeinerten Analyse haben wir nun ein präziseres Werkzeug in der Hand, um ungeklärten Einträgen zielgerichtet nachzugehen. [...] Speiseöle und Fette werden damit noch sicherer.”

Die umfassenden Ergebnisse, die einen bedeutenden Beitrag für die Verbesserung der Sicherheit raffinierter sowie kaltgepresster Speiseöle leisten, wird Dr. Ludger Brühl im Rahmen eines kompakten Web-Vortrags vorstellen. Der Lebensmittelchemiker war federführend an den Forschungsarbeiten beteiligt und wird im Rahmen des Vortrags auch einen Ausblick auf weiterführende Arbeiten geben.

In Deutschland wird Speiseöl in 19 Saatverarbeitungs- und Raffinationsbetrieben sowie in mehr als 60 kleineren Ölmühlen hergestellt. Vor allem diese kleineren Hersteller von kaltgepressten Speiseölen waren bislang in besonderer Weise von der MOH-Problematik betroffen, da sie keine Möglichkeit haben, eventuell vorhandene MOH-Gehalte im Rahmen einer Raffination zu minimieren. Sie sind daher vorrangig auf eine MOH-Minimierung bereits zu Beginn der Herstellungskette angewiesen.
Ölmühlenprodukte sind in etwa 80 % der Produkte des täglichen Bedarfs enthalten, so dass die Ergebnisse für eine Vielzahl von nachgelagerten Lebensmittelbranchen von wirtschaftlicher Relevanz sind.

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