EIT Food (KIC)

Grenzüberschreitende Innovationsgemeinschaft EIT Food startet 2017 – FEI ist offizieller Netzwerkpartner


Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT), eine unabhängige Einrichtung der Europäischen Union zur Förderung von Innovation und Unternehmertum mit Sitz in Budapest, hat bekannt gegeben, dass es ab Frühjahr 2017 seine Förderaktivitäten auch auf den Bereich Lebensmittel ausweiten wird:

In einer zukünftigen "Wissens- und Innovationsgemeinschaft" (Knowledge and Innovation Community (KIC)) im Bereich Lebensmittel sind namhafte deutsche Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen beteiligt; als offizieller Netzwerkpartner dieses sog. EIT Food wird der FEI und sein Netzwerk von mittelständischen Unternehmen auch in die Aktivitäten eingebunden sein.

Ziel der neuen Innovationsgemeinschaft mit Sitz im belgischen Liège/Lüttich ist es, Forschungsergebnisse schneller in marktfähige – vor allem digital unterstützte – Technologien, Produkte und Dienstleistungen umzusetzen, die sich an den Bedürfnissen von Verbrauchern, klimaverträglichen Maßstäben und einer Stärkung der Wetttbewerbsfähigkeit orientieren.

Das EIT Food legt dabei großen Wert auf die Einbeziehung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Im Blick ist die gesamte Wertschöpfungskette für Lebensmittel, von der landwirtschaftlichen Produktion über die industrielle Verarbeitung bis hin zu Vertrieb und Ernährung.

Konkrete Ziele sind unter anderen:
  • Rückgang des Metabolischen Syndroms um 15 % in Europa bis 2024.
  • Verringerung der durch Produktion und Vertrieb von Lebensmitteln verursachten Treibhausgas-Emissionen um 40 % bis 2030.
  • Steigerung der Transparenz der Lebensmittelproduktion durch Einführung eines „Digital Food Passports“, den bis 2024 25 % der in Europa produzierten Lebensmittel führen sollen.
  • Einführung eines zugangsoffenen Bildungsprogramms (z.B. Massive Open Online Courses (MOOCs)) mit lebensmittelrelevanten Themen; Ziel: 285.000 Teilnehmer bis 2024.
  • Förderung des Unternehmertums in der Lebensmittelbranche: Gründung von 350 Start-Ups sowie Unterstützung von 600 weiteren Start-Ups bis 2024.

Das EIT Food mit 50 Partnern aus insgesamt 13 Ländern in und außerhalb Europas wird im Frühjahr 2017 seine Arbeit aufnehmen. Von den insgesamt 30 Unternehmen sind fünf deutsche Unternehmen als Kernpartner beteiligt. Deutsche Kernpartner aus der Wissenschaft sind die Technische Universität München, die Universität Hohenheim, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL).

"EIT Food und die beteiligten deutschen Forschungszentren werden ein fruchtbares Umfeld bieten, um die verbraucherorientierten, wegweisenden Innovationen hin zu einem auf digitaler Ebene verbesserten Lebensmittelsektor voranzutreiben,"

so Prof. Dr. Thomas Hofmann, Geschäftsführender Vizepräsident für Forschung und Innovation der TU München und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des FEI-Vorstands. Hofmann leitet das deutsch-niederländische Co-Location Centre (CLC) als eines der fünf Co-Location Centres, die als operative Arbeitseinheiten innerhalb des EIT Food vorgesehen sind. Das sog. CLC Central hat seinen Sitz an der Technischen Universität München in Freising.

Pressemitteilung der TU München vom 18.11.2016

"Was Innovationen betrifft, gibt es im Vergleich zu anderen Branchen erheblichen Nachholbedarf. Beispielsweise investiert die Pharmaindustrie 10% ihres Gewinns in Forschung und Innovation. Im Lebensmittelbereich liegt diese Reinvestition gerade einmal bei 0,3 %,"

so Prof. Dr. Jochen Weiss von der Universität Hohenheim, der im Managementteam des EIT Food die Position als Director of Education übernimmt und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des FEI ist.

Pressemitteilung der Universität Hohenheim vom 18.11.2016

Der FEI plant, im Rahmen einer Info-Veranstaltung über Details und weitere Vorgehensweise des EIT Food zu informieren.