Hans-Dieter-Belitz-Medaille

Der FEI würdigt mit dieser Auszeichnung seit 2002 in unregelmäßigen Abständen besondere Verdienste um die Industrielle Gemeinschaftsforschung und die Förderung der Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft.

Prof, Dr. Hans-Dieter Belitz
Die Verleihung der Medaille erfolgt in Erinnerung an Prof. Dr. Hans-Dieter Belitz, den 1993 verstorbenen Leiter der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) in Garching (heute: in Freising).
Belitz' umfassendes wissenschaftliches Werk zur Aufklärung von Struktur-/Wirkungsbeziehungen von Proteinen und Geschmacksstoffen ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt; sein mit
Prof. Werner Grosch und Prof. Peter Schieberle verfasstes "Lehrbuch der Lebensmittelchemie" ist heute noch ein wichtiges Standardwerk.

Belitz' fachkundiger Rat und sein sicheres Urteil wurden in Fachkreisen sehr geschätzt; er war Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Besonders hervorzuheben ist sein Amt als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses des FEI, das er über 21 Jahre innehatte. Lange wirkte er auch in den wissenschaftlichen Gremien der AiF. In beiden Organisationen setzte er sich persönlich über alle Maßen für die Industrielle Gemeinschaftsforschung ein. In Würdigung seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten ist ihm 1985 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Von der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurden seine Leistungen 1988 mit der Verleihung der Joseph-König-Gedenkmünze und von der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung 1992 mit der Neumann-Medaille gewürdigt.

  • Lebenslauf Prof. Dr. Belitz


    Prof. Dr. Hans-Dieter Belitz wurde 1931 geboren und studierte an der Universität Halle und an der Technischen Universität Berlin Chemie. Dort promovierte er 1957 am Institut für Lebensmittelchemie und erhielt 1962 die venia legendi aufgrund einer Habilitationsschrift über Phosphoproteine des Eidotters und ihren enzymatischen Abbau. Er folgte 1966 einem Ruf an die Technische Universität München auf das Ordinariat für Lebensmittelchemie, wurde zum Vorstand des neu gegründeten Instituts ernannt und wurd 1969 in Personalunion Direktor der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) in Garching. In den folgenden Jahren entwickelte er mit Ideenreichtum und Engagement beide Institute zu modernen Forschungsstätten, die eng miteinander kooperierten.

    Die Zusammenhänge zwischen der Struktur und den makroskopischen Eigenschaften von Getreideproteinen verfolgte er seit 1971 in Zusammenarbeit mit dem Kurt-Hess-Institut für Mehl- und Eiweißforschung (dem heutigen Hans-Dieter-Belitz-Institut für Mehl- und Eiweißforschung), das er ab 1973 im Nebenamt leitete.
    Von der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde seine Leistungen 1988 mit der Verleihung der Joseph-König-Gedenkmünze und von der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung 1992 mit der Neumann-Medaille gewürdigt.

    Belitz' fachkundiger Rat und sein sicheres Urteil wurden sehr geschätzt – so war er Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien. Besonders hervorzuheben ist sein Amt als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Ausschusses des FEI, das er über 21 Jahre innehatte. Lange wirkte er auch in den wissenschaftlichen Gremien der AiF. In beiden Organisationen setzte er sich mit großem persönlichen Einsatz für die Industrielle Gemeinschaftsforschung ein. In Würdigung seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten ist ihm 1985 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden.


Preisträger 2013:
  • Dr. Bernd Schartmann, Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH


    Dr. Bernd Schartmann studierte Lebensmittelchemie an den Universitäten Aachen und Bonn. 1980 promovierte er am Deutschen Wollforschungsinstitut in Aachen auf dem Gebiet der analytischen Proteinchemie. Im Anschluss an seine Promotion leitete er das chemische Zentrallabor der Fa. Monheim AG, bis er im Januar 1988 zu den Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli GmbH wechselte und dort von 1993 bis 2008 als Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung die Geschäftsbereiche Forschung und Entwicklung verantwortete. Bis zu seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Berufsleben Ende 2012 blieb er wissenschaftlicher Berater bei Lindt & Sprüngli.

    Zugleich war er im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) in mehreren Funktionen viele Jahre fest verankert und engagierte sich als Forschungsbeauftragter der Schokoladen-Fachsparte und als wissenschaftliches Vorstandsmitglied der Deutschen Kakaostiftung ehrenamtlich für die Forschung. Seit 1989 war Dr. Schartmann zudem Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses des FEI, ab 1992 im Vorstand des FEI. Von 1997 bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2013 war Dr. Schartmann zudem Stellvertretender Vorsitzender des FEI.

    Zur Pressemitteilung der Verleihung der Belitz-Medaille an Dr. Bernd Schartmann am 11. September 2013


Preisträger 2008:
  • Dr. Heinz D. Jodlbauer, Food Consulting GmbH


    Dr. Heinz D. Jodlbauer
    Dr. Heinz D. Jodlbauer arbeitete nach dem Studium der Lebensmittelchemie und Promotion an der Universität Wien in führender Position im Bereich Forschung und Entwicklung in verschiedenen Unternehmen. Er gründete und leitete das „Analytisch-chemische Institut Dr. Jodlbauer Berlin“, die „Dr. Jodlbauer Food-Consulting GmbH“, die „INTECH Dr. Jodlbauer“ sowie die „Sulzbacher Bio-Engineering GmbH“, deren Schwerpunkt die Enzymproduktion ist.

    Neben der Leitung seiner eigenen Unternehmen nimmt Jodlbauer umfangreiche Gutachtertätigkeiten bei Gerichten und in der Industrie als vereidigter Sachverständiger wahr. Er ist Berater in den Bereichen des deutschen und europäischen Lebensmittel- und Patentrechts und Inhaber von mehr als einem Dutzend Patenten im Bereich Lebensmittelproduktion. Jodlbauer ist seit 1980 persönliches Mitglied im Forschungskreis und gehörte von 1976 bis 2010 als berufenenes Mitglied dem Wissenschaftlichen Ausschuss des FEI an.

    Zur Pressemitteilung der Verleihung der Belitz-Medaille an Dr. Jodlbauer am 4. September 2008


Preisträger 2005:
  • Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser, Technische Universität Berlin


    Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser
    Prof. Dr. Dr. Friedrich Meuser wurde 1938 in Hahnstätten geboren. Nach dem Studium der landwirtschaftlichen Technologie an der Technischen Universität Berlin arbeitete er mehrere Jahre an der damaligen Bundesforschungsanstalt für Getreide- und Kartoffelverarbeitung als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und fertigte dort 1969 unter Leitung seines wissenschaftlichen Mentors, Prof. Dr. Mattheï Rohrlich, dem früheren Ehrenmitglied des Forschungskreises, seine Dissertation auf dem Gebiet der Biochemie des Getreides an. Nach seiner Habilitation 1971 wurde er 1974 auf den Lehrstuhl für Getreidetechnologie an der TU Berlin berufen. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit ist der Bereich der Lebensmitteltechnologie stärkehaltiger Produkte, insbesondere zur Optimierung von Prozessen zur Backwarenherstellung.

    Meuser wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen, die in über 200 Publikationen dokumentiert sind, mehrfach geehrt. So wurde er u.a. 1988 mit dem hoch dotierten Kraft-Forschungspreis ausgezeichnet. 1992 wurde er zum Ehrendoktor der Technischen Universität München berufen, seit 1994 ist er Träger der Saare-Medaille und seit 2002 Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Seine Verdienste um die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit fanden ihren Niederschlag in zahlreichen internationalen und nationalen Ehrenämtern.

    Von 1976 bis 2005 war er Mitglied des Vorstands des Forschungskreises. In Nachfolge von Prof. Dr. Belitz übernahm er 1993 die Leitung des Wissenschaftlichen Ausschusses und gehörte als Stellvertretender Vorsitzender des FEI zu dessen engstem Führungskreis. Meuser ist bis heute Ständiger Gast im Wissenschaftlichen Ausschuss des FEI.
    Seit 1995 vertrat er den FEI darüber hinaus im Wissenschaftlichen Rat der AiF und im Vorstand dieses Gremiums. Insgesamt 29 Forschungsvorhaben des FEI fanden unter seiner wissenschaftlichen Leitung ihren erfolgreichen Abschluss.

  • Prof. Dr. Dr. Hans Steinhart, Universität Hamburg


    Prof. Dr. Dr. Hans Steinhart
    Prof. Dr. Dr. Hans Steinhart wurde 1940 in München geboren. Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Technischen Universität München und der Biochemie an der ETH Zürich promovierte er 1972 bei Prof. Dr. Kirchgeßner am Institut für Tierernährung der TU München. Seit 1983 ist er Professor an der Universität Hamburg und leitete dort bis 2006 das Institut für Lebensmittelchemie als geschäftsführender Direktor. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, die sich in weit über 500 Veröffentlichungen niederschlug, sind Struktur-Wirkungs-Beziehungen von Lebensmittelinhaltsstoffen mit den Schwerpunkten Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Melanoidine sowie die Charakterisierung von Aromen und ihrer technischen Beeinflussbarkeit. Von 2007-2009 leitet Steinhart das Korean German Institute of Technology in Seoul/Korea; seit 2009 ist er wieder Emeritus am Institut für Lebensmittelchemie der Universität Hamburg.

    Steinhart ist ein international anerkannter Fachmann, dessen Rat in zahlreichen Gremien, Beiräten und Organisationen gefragt ist. Seine Expertise trug ihm eine Vielzahl von Ehrenämtern ein, so z.B. als langjähriger Vorsitzender der Lebensmittelchemischen Gesellschaft und als Vorstandsmitglied der GDCh. Prof. Steinhart wurde mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er u.a. 1998 die Musajo Memorial Medal der Universität Padova (Italien), 2000 die Normann-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft sowie 2002 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Er war von 1994 bis 2004 Stellvertretender Leiter des Wissenschaftlichen Ausschusses des Forschungskreises und bis 2005 Mitglied seines Vorstands. Insgesamt 13 Forschungsvorhaben des FEI fanden unter seiner wissenschaftlichen Leitung ihren erfolgreichen Abschluss.


Preisträger 2002:
  • Dr. Rolf Stute (†), Bestfoods

    Dr. Rolf Stute
    Dr. Rolf Stute (1935 - 2006) studierte an der Universität Hamburg Chemie und promovierte 1966 bei Prof. Dr. Heyns mit dem Thema "Die Untersuchung der beim thermischen Abbau von Glucose gebildeten Produkte".

    1967 nahm er seine Tätigkeit im Institut für Forschung und Entwicklung der damaligen Maizena GmbH (der späteren CPC bzw. Unilever) in Heilbronn auf. Dort widmete er sich dem Aufbau der Rohstoffforschung mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der Stärken. Mit der Leitung der Abteilungen "Ingredient Research" und "Outside Research" betraut, wuchs sein Aufgabengebiet und beinhaltete auch die europaweite Verantwortung der Patente für die CPC Europe. 1992 wurde Stute zum Prokuristen der Maizena GmbH ernannt.

    Er war Mitglied in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Gremien und Organisationen, in denen seine Mitarbeit und seine Expertise gesucht waren. Seit 1981 war Stute aktives Mitglied des Wissenschaftlichen Ausschusses des FEI sowie seit 1999 zugleich Gutachter der AiF.